Ufhusen in Extremis zu Bronze

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HUTTER Challenge League Kampf um 3./4. Platz / Martigny – Ufhusen

Der Rückkampf um die Bronzemedaille war nichts für schwache Nerven. Die Begegnung bot alles, was den Ringsport ausmacht. Gänsehautstimmung, spannende Begegnungen, kochende Emotionen und viel Kampf waren in Martigny zu sehen. In der Endabrechnung siegte Ufhusen mit dem Gesamtscore von 38:37 Punkten denkbar knapp.

In der Halle herrschte von Anfang an eine tolle Stimmung. Dafür waren die Anhänger des TVU verantwortlich. Gut 30 Personen unterstützten das Team in der Ferne. Angetrieben von dieser Unterstützung startete man dann auch planmässig in den Abend. Lukas Zimmermann traf auf den jungen Ryan Martinetti. Bereits im ersten Zug kam er zum umjubelten Schultersieg. Einen ganz starken Auftritt lieferte Klaus Bernet im Schwergewicht ab. Gegen Laurent Martinetti gab er von Beginn weg den Takt an. Martinettis Kräfte schwanden immer mehr. Gekonnt sicherte sich Bernet seine Wertungspunkte, musste seinem Gegenüber beim 13:3 Sieg allerdings Wertungspunkte zugestehen. Einen weiteren Vollerfolg sicherte sich Mathias Schwegler gegen Lipo Arzumanjan. Der Westschweizer war besser eingestellt als im Hinkampf. Trotzdem kam Schwegler ungefährdet zum Sieg durch Technische Überlegenheit. Zu seinem letzten Kampf trat Chregu Lanz an. Über weite Strecken lieferte er einen super Kampf gegen den starken Boris Jelinic und kam gar zu einem Wertungspunkt. Kurz vor Schluss erwischte ihn der Walliser eiskalt und kam zum Schultersieg. Raphael Schärli bekam es erneut mit Théry Chardonnens zu tun. Er knüpfte am starken Auftritt aus dem Hinkampf an. Kurz vor Ablauf der Zeit wollte er etwas zu viel und Chardonnens gelang eine abschliessende Viererwertung welche zum klaren 3:1 Punktesieg führte. Zur Pause lag Ufhusen auf Kurs. Die 12:8 Pausenführung war ein kleines Polster, allerdings war noch ganz und gar nichts entschieden.

Chregu HP

Chregu Lanz (blau) in seinem letzten Kampf für den TV Ufhusen. Foto: Luzia Lötscher

Nervenraubende Schlussphase

In Umgang zwei wollte Ufhusen dann nicht mehr ganz alles gelingen. Bis 86 kg lief noch alles nach Plan. Für Andreas Reichmuth zählte gegen Joel Pierroz nur der Sieg mit der Maximalwertung. Diese Vorgabe setzte er ungefährdet um. Mit toll ausgeführten Aktionen sicherte er sich Wertung für Wertung zum Sieg durch Technische Überlegenheit. Chancenlos blieb Silvan Zwyer im Kampf gegen den ehemaligen Internationalen Kiril Sheytanov. Er musste eine 0:4 Niederlage hinnehmen. Ein Auf und Ab gab es in der Begegnung zwischen Michael Bernet und Félix Pereira. Beide Ringer waren Nahe am Schultersieg. Am Ende riskierte Bernet nichts mehr und Kämpfte sich mit der 1:2 Niederlage über die Zeit. Es blieb zu hoffen, dass dieser technische Schachzug am Ende auf ging. Remo Fallegger kämpfte gegen Tanguy Darbellay taktisch gut. Kurz vor Ende der Zeit kam Darbellay zur fünften Wertung. Dies bedeutete eine 0:3 anstelle einer 0:2 Niederlage. 17:17 stand es nun vor der alles entscheidenden Begegnung. Fige Minder durfte maximal mit 1:3 unterliegen, damit sich Ufhusen die Bronzemedaille sicherte. Nach ruppigem und bulligem Start von Logan Chardonnens konnte Minder den Kampf etwas beruhigen und sich einen ersten Wertungspunkt sichern. In der Folge kämpfte er geschickt und abgeklärt. Seine Taktik ging auf. Mit 14:2 Wertungs- und somit 3:1 Mannschaftspunkten endete der harte Kampf. Martigny siegte mit 20:18 Punkten. Da Ufhusen den Hinkampf mit einem Wertungspunkt mehr gewinnen konnte, geht die Bronzemedaille knapp aber nicht unverdient ins Hinterland.

Ringer, Fans und Funktionäre lagen sich in den Armen. Bronze ist eine wohlverdiente Krönung für die starke Saison nach dem verkorksten Ringerjahr 2014. „Heute haben wir das Glück auf unsere Seite gezwungen. Jeder wollte diese Medaille und dieses Ziel haben wir auch erreicht.“ So resümierten Routinier Fige Minder und Trainer Michael Bernet nach dem Kampf. Für Martigny war die Niederlage hart. Nach 2014 unterlagen die Westschweizer im Bronzekampf erneut nur hauchdünn. Nichts desto trotz gehört diesem jungen Team die Zukunft. Mit Martigny kann also gerechnet werden. Der TVU lässt die tolle Saison 2015 nun ausklingen und startet bereits sehr bald wieder in die Vorbereitung für das neue Jahr. Es ist nun wichtig, den Schwung mitzunehmen und weiter hart zu arbeiten. So kann langfristig eine starke Mannschaft aufgebaut werden. Der Grundstein dafür ist ganz klar gelegt.

Bericht: Christian Hügi

Team HP gut

Die komplette Mannschaft des TVU mit dem Pokal für den 3. Platz. Foto: Luzia Lötscher

Telegramm:

Martigny – Ufhusen 20:18 (Pause 8:12), Kampfrichter: Remo Näf, RR Tuggen

57 G: Ryan Martinetti – Lukas Zimmermann 0:4, Schulterniederlage/ 0:4

61 F: Lipo Arzumanjan – Mathias Schwegler 0:15 / 0:4

65 G: Théry Chardonnens – Raphael Schärli 10:2 / 3:1

70 F: Kiril Sheytanov – Silvan Zwyer 16:0 / 4:0

74 G: Tanguy Darbellay – Remo Fallegger 5:0 / 3:0

74 F: Logan Chardonnens – Daniel Minder 14:2 / 3:1

80 G: Félix Pereira – Michael Bernet 7:4 / 2:1

86 F: Joel Pierroz – Andreas Reichmuth 0:16 / 0:4

97 G: Boris Jelinic – Christian Lanz 18:2, Schultersieg / 4:0

130F: Laurent Martinetti – Klaus Bernet 3:13 / 1:3

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