Ufhusen qualifiziert sich fulminant für die Halbfinals

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WINFORCE Challenge League / Westgruppe / 5. Runde / Ufhusen – Domdidier

Man spürte in der gut gefüllten Halle in Ufhusen den ganzen Abend die Mischung aus Anspannung und Zuversicht. Zeitweise verstand man kaum sein eigenes Wort. Die Fans peitschten ihr Team regelrecht in Richtung Halbfinal. Nach einer Achterbahnfahrt der Gefühle viel die Entscheidung schlussendlich im letzten Kampf.

In der vergangenen Woche hat man sich konzentriert auf diesen wichtigen Kampf vorbereitet. Das ganze Team stand zur Verfügung. Der TVU schickte die bestmögliche Equipe ins Rennen. Der CO Domdidier tat es den Hinterländern gleich. Zwei ausgeglichene Mannschaften standen sich gegenüber. Ein Blick auf die Aufstellungen zeigte, dass es für den TVU unglaublich schwer werden wird, den geforderten Sieg mit sechs Punkten Differenz zu erkämpfen.

Halbzeit ein gehörte klar dem Heimteam

Der Start verlief dann schon einmal vielversprechend. Mathias Schwegler bekundete wenig Mühe mit Nathan Morier. Trotzdem musste er seinem Gegner beim Sieg durch Technisch Überlegenheit einen Punkt zugestehen. Genau solche Punktverluste können am Ende verheerend sein. Klaus Bernet nahm den Schwung mit. Trotzdem viel der Sieg mit 13:8 Punkten etwas weniger klar aus als erwartet. Lukas Zimmermann kam es bis 61 kg Freistil mit Routinier Ruch zu tun. Der Gast ging schnell mit 6:0 Punkten in Front. Zimmermann behielt in der Folge die Ruhe. Ruch baute ab und der Ufhuser kämpfte sich Punkt für Punkt heran. Kurz vor Schluss gelang ihm die siegbringende Wertung zum knappen 2:1 Erfolg. Dieser Sieg tat dem Ufhuser nach einer bisher schwierigen Saison gut. Cheftrainer Michael Bernet präsentierte sich einmal mehr als Fels in der Brandung. Er liess Kranzschwinger Vincent Roch nicht den Hauch einer Chance und brachte diesen der Verzweiflung nahe. Die logische Folge war ein Sieg durch Technische Überlegenheit. Einen ganz starken Auftritt zeigte Raphael Schärli gegen Leihringer Patrick Rölli (RR Hergiswil). Das Gewichtmachen merkte man Schärli kaum an. Er liess gegen den Premium League erprobtem Rölli fast nichts zu und unterlag denkbar knapp mit 0:2 Punkten. Rölli holte seine Punkte lediglich durch angeordnete Bodenlagen durch den Kampfrichter, welcher alles in allem eine souverände Leistung zeige. Nur wenig fehlte, damit Schärli gar einen Punkte hätte entführen können. Zur Pause lag Ufhusen mit einer 13:5 Führung auf Kurs. Trotzdem brauchte es nochmals eine solche Halbzeit, damit das Unmögliche möglich wurde.

Fallegger mit Nerven aus Drahtseilen

Der Start in Halbzeit zwei glückte. Der junge Simon Marti kämpfte gegen den unbequemen Thibaut Lambert äusserst abgeklärt. Mit längerer Kampfdauer liess er Lambert beinahe verzweifeln und siegte diskussionslos mit 18:7 Punkten. Die Richtung stimmte weiterhin. Dann folgte ein kleiner Dämpfer. Silvan Zwyer fand für einmal nicht richtig in den Kampf und musste Adrian Kronenberg (Leihringer Hergiswil) bei der 1:4 Niederlage nach Mannschaftspunkten klar den Vortritt lassen. Zumindest einen Punkte rettete er ins Trockene. Somit war Florian Bernet bis 79 kg Greco doppelt gefordert. Sein Widersacher Frédéric Haenni erwischte Bernet ganz zu Beginn in einem Armzug und ging in Führung. Dann drehte Bernet auf. Mit schönen Würfen und Aktionen punktete er Haenni souverän aus. Nun verblieben zwei Kämpfe und Ufhusen führte mit zehn Punkten. Joel Marti startete gut gegen Denis Ismajili. Er stand kompakt und liess nichts zu. Dann folgte eine kurze Unachtsamkeit, welche Ismajili zum Schultersieg nutzte. Der letzte Kampf musste somit die Entscheidung bringen. Die Athleten, welche den letzten Kampf austragen, haben jeweils keine einfache Aufgabe. Es geht in ihrem Kampf um nichts mehr, sie können zum «Buhman» oder eben zum Helden werden. Remo Fallegger entschied sich am vergangenen Samstag für Letzteres. Der demnächst werdende Vater zeigte einmal mehr, wie wichtig er für die Mannschaft ist. Obwohl er wusste was auf dem Spiel steht, kämpft er ruhig und abgeklärt. Sein Gegenüber, Noam Dessiborg, ist bekannt dafür, aus allen möglichen Situationen zu kontern. Entsprechend vorsichtig agierte Fallegger. Diese Strategie lohnte sich. Der Ufhuser reduzierte seine Angriffe auf ein Minimum, kam so aber jeweils sicher zum Punktegewinn. So erkämpfte er sich einen Vorsprung, welchen er souverän über die Zeit rettete.

HP

Foto: Remo Fallegger (rot) avancierte zum Matchwinner. / Foto: Yasmine Johann

Erneutes Wiedersehen mit der RR Brunnen

Dann brachen in der Friedli-Bucher-Halle alle Dämme. Fans und Ringer lagen sich in den Armen. Jass-Legende Ernst Marti würde sagen: sechs angesagt, acht gemacht, Differenz zwei! Es machte Freude zu sehen, wie das Team dem Druck stand hielt und diese wirklich schwierige Aufgabe gelöst hat. Für Ufhusen steht nach dem letzten Gruppenkampf am kommenden Samstag im Wallis die Halbfinalserie gegen die RR Brunnen an. Domdidier muss zusammen mit Sense in den Kampf um dem Ligaerhalt!

Bericht: Christian Hügi

Telegramm:

TV Ufhusen – CO Domdidier 24:16 (Pause 13:5), Kampfrichter: Roger Vogel, STV Luzern

57 G: Mathias Schwegler – Nathan Morier 16:1 / 4:1

61 F: Lukas Zimmermann – Roland Ruch 8:6 / 2:1

65 G: Raphael Schärli – Patrick Rölli 0:2 / 0:2

70 F: Silvan Zwyer – Adrian Kronenberg 4:19 / 1:4

74 G: Joel Marti – Denis Ismajili 0:4, Schulterniederlage / 0:4

74 F: Remo Fallegger – Noam Dessiborg 14:7 / 3:1

80 G: Florian Bernet – Frédéric Haenni 17:2 / 4:1

86 F: Simon Marti – Thibaut Lambert 18:7 / 3:1

97 G: Michael Bernet – Vincent Roch 16:0 / 4:0

130 F: Klaus Bernet – Mario Zimmermann 13:8 / 3:1

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